Nachwuchsförderung im MINT-Bereich

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© Madleina Dörig, Zense GmbH

Bund und Kantone, die Organisationen der Arbeitswelt sowie die weiteren relevanten Akteure setzen eine breite Palette von Massnahmen für die Förderung des Nachwuchses in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) um. Das MINT-Mandat, beispielsweise, das den Schweizer Akademien der Wissenschaften vom SBFI übertragen wurde, unterstützt seit 2013 die Förderung der MINT-Kompetenzen bei Jugendlichen. Für die Periode 2025 bis 2028 werden ausserschulische und schulische Projekte gefördert, die darauf abzielen, den Mangel an MINT-Fachkräften zu verringern und die Gleichstellung der Geschlechter in diesem Bereich zu verbessern.

Bericht des Bundesrates

Am 14. Mai 2025 hat der Bundesrat einen Bericht zur Nachwuchsförderung und zur Erhöhung des Frauenanteils in MINT-Berufen verabschiedet. Der Bericht wurde in Erfüllung des Postulats 22.3878 «Bericht und Strategie zur Steigerung des Frauenanteils in Mint-Berufen» der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) des Nationalrates vom 30. Juni 2022 erstellt.

Der Bericht wurde durch das SBFI mit Unterstützung einer Begleitgruppe erarbeitet. Dieser Gruppe gehörten die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK), das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV), das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG), das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) sowie die Schweizerischen Akademien der Wissenschaften an. Ergänzend beauftragte das SBFI die Akademien, eine externe Studie durchzuführen. Ziel dieser Studie war es, die Ursachen des Fachkräftemangels im MINT-Bereich – insbesondere im Hinblick auf den Frauenanteil – zu analysieren und konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln.

Der Bericht beleuchtet zahlreiche bestehende Initiativen und Massnahmen zur Förderung des MINT-Nachwuchses, insbesondere zur Stärkung der Beteiligung von Frauen. Zudem präsentiert er Ergebnisse und Ansätze der externen Studie und ordnet diese in den aktuellen Kontext ein.

Trotz der weiterhin herausfordernden Situation sieht der Bundesrat keine neuen Massnahmen auf Bundesebene vor. Vielmehr ruft er die weiteren Akteure dazu auf, in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen aktiv zu werden und nötige Schritte zu ergreifen.

MINT-Mandat

Im Rahmen der BFI-Botschaft und gestützt auf Art. 11 des Bundesgesetzes über die Förderung der Forschung und der Innovation (FIFG), übernehmen die Schweizer Akademien der Wissenschaften ein Mandat zur Förderung der MINT-Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen. Die Förderung erfolgt über ausserschulische Projekte oder Projekte in Zusammenarbeit mit Schulen. Dieses «MINT-Mandat» wird den Akademien seit 2013 vom SBFI übertragen.

Übergeordnete Ziele für die Periode 2025–2028

  • Beitrag zur Minderung des Fachkräftemangels in den MINT-Berufen durch Bewusstseinsbildung für die Bedeutung der Natur- und Technikwissenschaften in der Gesellschaft, Förderung eines positiven Bildes der Berufe und Bildungsgänge, Aufzeigen der Vielfalt an Berufsfeldern im MINT-Bereich sowie Sensibilisierung und Motivation und Wecken von Interesse von jungen Menschen;
  • Förderung der Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen in den Naturwissenschaften, technischen Wissenschaften und in der Mathematik (STEM literacy und digital literacy);
  • Koordination/Vernetzung/Weiterbildung von Akteuren der MINT-Bildung.

Zielgruppen für die Periode 2025–2028

Die Hauptzielgruppen der Projekte und Aktivitäten sind:

  • im Bereich der Förderung: alle Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 20;
  • insbesondere mit einem Fokus auf obligatorische Schule, auf Gleichstellung der Geschlechter sowie auf bildungsferne Kinder;
  • insbesondere mit einem Fokus auf Projekte und Aktivitäten für Mädchen und junge Frauen in den Fachrichtungen Informatik und Technik;
  • im Bereich der Koordination/Vernetzung/Weiterbildung: alle Akteure der MINT-Bildung wie z. B. Lehrpersonen, Behörden (Bund, Kantone, Gemeinde), Akteure der Berufsbildung oder ausserschulische Akteure der MINT-Nachwuchsförderung.

Unterstützte Projekte in der Periode 2021–2024

Während der Förderperiode 2021–2024 unterstützten die Akademien 29 Projekte, die ergänzend zum regulären Unterricht und/oder in Zusammenarbeit mit Schulen organisiert wurden.

Dank des MINT-Mandats organisieren die Akademien zudem Veranstaltungen und finanzieren Projekte von Institutionen mit überregionaler Ausstrahlung (z. B. wissenschaftliche Zentren, Museen), wie das Technorama in Winterthur, das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern, das Espace des Inventions in Lausanne und das Ideatorio in Lugano.

Diese Initiativen haben es ermöglicht, ein breites Publikum zu erreichen, auch Gruppen, die bislang wenig Zugang zu MINT-Themen hatten.

Dies sind nur einige Beispiele. Eine Übersicht der Projekte finden Sie unter: www.mint3.ch 

Unterlagen und Links

Bericht des Bundesrates

Nachwuchsförderung und Erhöhung des Frauenanteils in MINT-Berufen (PDF, 2 MB, 14.05.2025)Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulats 22.3878 der WBK-N vom 30. Juni 2022

https://www.sbfi.admin.ch/content/sbfi/de/home/bildung/bildungsraum-schweiz/bildungszusammenarbeit-bund-kantone/mint.html